Chronologie im Ausbau der A60
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24.03.2003
Eine Brücke auf Reisen
Um die Brücke über die Max-Hufschmid-Straße in der Anschlussstelle Weisenau erneuern zu können, wurde zunächst außerhalb des Baufelds eine Brückenhälfte auf provisorischen Widerlagern errichtet.

Über diese südliche Brückenhälfte wurde seit Mitte September 2002 der Verkehr in Richtung Frankfurt und in Richtung Bingen abgewickelt. In der Zwischenzeit wurden die endgültigen Widerlager für beide Brückenhälften und die nördliche Brückenhälfte gebaut. Nach Abschluß der Arbeiten konnte der gesamte Verkehr auf die nördliche Brückenhälfte verlegt werden. Dies geschah am Wochenende 15./16. März.

Um den Brückenbau abzuschließen, musste die zu Anfang errichtete Brückenhälfte von dem provisorischen Widerlager noch in die endgültige Lage verschoben werden. Das geschah am 19. und 20. März 2003.

Hierzu wurde der Brückenüberbau angehoben, um fast 18 Meter verschoben und dann wieder abgesenkt. Da der Überbau ca. 1200 t wiegt, mussten acht Hydraulikpressen zum Anheben eingesetzt werden. Der horizontale Verschiebevorgang erfolgte auf einem so genannten Verschubträger. Um die Reibung herabzusetzen, wurde ein 25 cm breites und 30 m langes Edelstahlblech auf den massiven Verschubträger aufgelegt und eingefettet. Unter den Verschubschlitten wurden teflonbeschichtete Platten eingebaut, die auf dem Edelstahlblech gleiten.

Bei einem Verschubtakt konnte eine Distanz von 70 cm überwunden werden. Danach mussten die Presszylinder zurückgefahren und eine Schwerlaststütze zwischen Schlitten und Zylinder eingebaut werden. Anschließend wurden erneut 70 cm gedrückt. So wurde taktweise die Entfernung von 18 Metern überwunden.

Die zwei horizontalen Verschubpressen mussten je ca. 17 t drücken. Sie bewegten sich dabei so langsam, dass die Bewegung kaum wahrnehmbar war. Sie betrug ca. 2,0 m pro Stunde. In ihrer endgültigen Lage wurde die Brücke dann wieder abgesenkt.

Ende Mai sollen die Arbeiten am neuen Überführungsbauwerk abgeschlossen sein, so dass im Anschluss daran beide Fahrtrichtungen auf ihre jeweiligen Brückenhälften gelegt werden können und die Zeit der provisorischen Verkehrsführung in diesem Streckenabschnitt vorerst vorbei ist. top




12.05.2003
Zehn auf einen Streich
Gas, Wasser, Abwasser, Strom, Telefon und Kabelfernsehen... häufig nimmt man erst wahr wie viele Leitungen heute im Untergrund einer Stadt "schlummern", wenn vor der eigenen Haustüre der Bürgersteig aufgerissen wird und ein neuer Versorgungsstrang hinzu kommt.

Aber nicht nur in Straßen und Bürgersteigen liegen sie, zahlreiche Leitungstrassen kreuzen in Mainz auch die A 60 oder führen parallel an der Autobahn entlang. Da wundert es kaum, dass sie den Ausbauarbeiten teilweise auch in der Quere kommen. An der Anschlussstelle Hechtsheim muss nun ein Paket von zehn einzelnen Leitungen neu verlegt werden, weil sie der Tieferlegung der Autobahn im Wege sind, die ab dem Jahr 2004 beginnen soll.

Neben großdimensionierten Gas- und Wasserleitungen müssen auch dünne Glasfaserkabel für die Telekomunikation verlegt werden. Alle Leitungen werden in einer rund vier Meter breiten gemeinsamen Trasse geführt, die die Einmündung des Anschlusses in die Geschwister-Scholl-Straße kreuzt.

Da die Anschlussstelle Hechtsheim trotz der Entlastung durch den neuen Anschluss Hechtsheim-West immer noch verkehrlich stark belstet ist und derzeit nicht geschlossen werden kann, findet die Leitungsverlegung unter fließendem Verkehr statt. Durch den Anbau von seitlichen Behelfsfahrstreifen wurde Platz für eine "Inselbaustelle" geschaffen. Derzeit wird in Fahrbahnmmitte die Grube für die neuen Leitungen ausgehoben. Sind die Verlegearbeiten in der Mitte abgeschlossen und die Fahrbahnen wieder hergestellt, wird der Fahrzeugverkehr dorthin verlegt und in den Seitenbereichen mit der Leitungsverlegung fortgefahren.

Nach derzeitigem Stand, soll die Leitungsverlegung an der Anschlussstelle Hechtsheim bis Mitte Juni beendet sein. Bis dahin ist leider auch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen, die sich vor allem in den Verkehrsspitzen morgens und abends bemerkbar machen.

Als Ausweichmöglichkeit steht die neue Anschlussstelle Hechtsheim-West zur Verfügung. Verkehrsteilnehmer mit Fahrziel "Mainz-Innenstadt" können auch über das Autobahnkreuz Mainz-Süd und die B 40 ausweichen. top



30.06.2003
Arbeiten auf engstem Raum
Mit Beginn der Arbeiten an der Anschlussstelle Laubenheim geht die Baumaßnahme für die Mitarbeiter der Projektgruppe Mainzer Ring in eine brisante Phase. Nicht nur, dass die durchgehende A 60 auf engstem Raum unter fließendem Verkehr ausgebaut werden muss, zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich durch die Bundesstraße 9, die das Kleeblatt der Anschlussstelle kreuzt und eine Menge zusätzlichen Verkehr auf die Autobahn bringt.

Morgens sind es vor allem Berufspendler aus den direkt am Rhein gelegenen Gemeinden - wie Nackenheim oder Nierstein und Oppenheim, teilweise sogar bis nach Worms - die in einem dichten Strom auf die Autobahn in Richtung Frankfurt fahren. Abends nehmen sie ebenso zahlreich den Weg über die Anschlussstelle Laubenheim zurück nach Hause.

Es ist nicht leicht, den Fahrzeugströmen auf Autobahn und Bundesstraße wenigstens Behelfsfahrbahnen zur Verfügung zu stellen und gleichzeitg Raum zu schaffen für die Bautätigkeit. Ständig muss abgewogen werden, zwischen dem verständlichen Wunsch der Baufirmen nach einem möglichst großem Arbeitsfeld, um effektiv und schnell arbeiten zu können und dem Interesse der Kraftfahrer nach einer reibungslosen und zügigen Verkehrsführung.

Dabei darf natürlich die Sicherheit nicht zu kurz kommen. Die direkt neben dem fließenden Verkehr tätigen Arbeiter müssen vor den Fahrzeugen geschützt werden. Gleichzeitig gilt es, die Behelfsfahrbahn so zu gestalten, dass sie gut zu befahren und auch für Ortsunkundige klar erkennbar sind. Da bleibt es nicht aus, dass sich die Kraftfahrer immer wieder auf neue Verkehrssituationen einstellen müssen. Die eine oder andere behelfsmäßige Verkehrsführung kann teilweise nur wenige Tage, manchmal sogar nur über Stunden aufrecht erhalten werden bevor sie wieder verlegt werden muss.

An dieser Stelle möchte die Projektgruppe Mainzer Ring um Verständnis für Ihre teilweise schwierige Situation werben. Nicht immer gelingt es, wenngleich die Projektgruppe das gerne täte, den Verkehrsteilnehmern eine optimale Verkehrsführung zur Verfügung zu stellen. Die beengten Platzverhältnisse zwischen Autobahnbrücke und dem direkt folgenden Kleeblatt erlauben es teilweise kaum, sowohl die Bautätigkeit als auch den Autobahnverkehr optimal aufeinander abzustimmen. top



21.07.2003
Knifflige Arbeiten auch "unter der A 60"
Der dreispurige Ausbau der A 60 ist mit dem Beginn der Arbeiten an der Anschlussstelle Laubenheim nicht nur verkehrstechnisch in eine knifflige Phase gekommen. Im rund 700 Meter langen Abschnitt zwischen den Auf- und Abfahrten und der Rheinbrücke wird derzeit die Autobahn verbreitert und die beiden Brückenbauwerke über die kreuzende B 9 und die Bahn saniert.

Um an den reparaturbedürftigen Beton heranzukommen und um zu verhindern, dass Teile herabfallen, musste unterhalb der Brücke ein Schutzgerüst angebracht werden. Bedingt durch die stark befahrene Bahnlinie Mainz-Worms war dies allerdings kein einfaches Unterfangen.

Um Arbeiter und Zugverkehr nicht zu gefährden, wurde das Anbringen des Gerüstes am Wochenende nach Fronleichnam in den nächtlichen Sperrpausen der Bahn durchgeführt. Während fahrplanmäßig kein Zug verkehrte, wurden die Hochspannung führenden Oberleitungen jeweils vier Stunden abgeschaltet. In dieser Zeit konnten sich die Gerüstbauer, unter der Brücke hängend, Element für Element vorarbeiten. Trotz der schwierigen und anstrengenden Arbeitsbedingungen, schafften es die Gerüstfachleute in drei von der Bahn zur Verfügung gestellten Nächten, die viergleisige Trasse zu überbauen.

Während die Züge unter der Brücke wieder freie Fahrt haben, laufen oben auf dem Bauwerk derzeit die Sanierungsarbeiten. Die nach Abbruch der alten Betonteile entstehende Lücke, wird mit neuem Bewehrungsstahl und Beton geschlossen.

Die Betonarbeiten sind aber nur der erste Schritt. Die Sanierung läuft voraussichtlich noch bis Ende August. Bis dahin wird zusätzlich die Fahrbahn und die darunterliegende Bauwerksabdichtung erneuert, damit kein Wasser mehr - wie in der Vergangenheit geschehen - bis zum Betontragwerk vordringen und dort Schäden verursachen kann.

Trotz umfangreicher Voruntersuchungen ist der Zustand der Brücke aber noch nicht in allen Einzelheiten einschätzbar. Nicht selten zeigen sich Probleme und weitere Schäden erst wenn alte Betonteile und Fahrbahnen entfernt sind. Trifft man auf Unerwartetes, kann es vorkommen, dass die alte Planung nicht mehr passt und an die neuen Gegebenheiten angeglichen werden muss.




Derzeit läuft aber noch alles nach Plan, so dass die Projektgruppe davon ausgeht, die Sanierung der Brücken über B 9 und Bahn termingerecht abschließen zu können. Bis dahin wird der Verkehr in beiden Fahrtrichtungen auf den Außenspuren an der "Inselbaustelle" vorbeigeführt. top

4.12.2003
350m Schutzwand an einem Stück
Zwischen der Anschlussstelle Laubenheim und der Weisenauer Rheinbrücke wurde - zusammen mit der Erweiterung von vier auf sechs Fahrspuren - auch der direkt neben der Autobahn verlaufende Radweg verbreitert. Zur sicheren Trennung der ungleichen Verkehrsarten wurde in diesem Zuge eine 350 Meter lange Sicherheits-Leitwand gebaut.

Hierbei kam ein sehr effektives und zeitsparendes Bauverfahren zum Einsatz.
Statt aus einzelnen vorgefertigten Betonelementen, wurde die Schutzwand vor Ort mit einem Gleitschalungsfertiger hergestellt.

Aus Transportbetonfahrzeugen wird der Beton direkt in den sich kontinuierlich auf einem Kettenfahrwerk nach vorne bewegenden Fertiger gegeben. Dort wird der steife Frischbeton durch Vibration stark verdichtet und durch eine Schalung in die passende Form gebracht.

Ein bisschen erinnert das Verfahren an die "vorweihnachtliche Herstellung von Spritzgebäck" in überdimensionaler Form.

Direkt nach dem Verlassen der Fertiger-Schalung bleibt der frische Betonstrang in seiner Form stehen und kann von Hand nachgeglättet werden. In weniger als fünf Stunden konnte auf diese Art die 350 Meter lange Wand in einem Stück hergestellt werden. top