1960 | 1970 | 1986 | 1989 | 1990 | 1992 | 1994 | 1999 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 |

15.12.2008
Rückblick und Ausschau

Der Autobahnverkehr fließt im nördlichen Tunnel, am südlichen Tunnel wird gebaut



Im Jahr 2008 wurde der nördliche Autobahntunnel fertiggestellt. Der Autobahnverkehr läuft provisorisch auf der tiefergelegten Autobahn bzw. im Tunnel (im Foto rechts). Das Ziel den Verkehrslärm durch die Autobahn zu minimieren ist erreicht. Der südliche Tunnel, die zukünftige Richtungsfahrbahn Frankfurt ist im Bau (im Foto links). Nun werden nicht nur der Autbahntunnel der Hauptstrecke gebaut, sondern auch die Auf- und Abfahrtsrampen der Anschlussstelle Hechtsheim-Ost. Damit wird das Ziel des 6-streifigen Ausbaus erreicht werden. Die Ausfahrsrampe von Bingen nach Mainz verläuft entlang der mobilen, temprären Lärmschutzwand links im Foto.

Die Straßenbahntrasse der Geschwister-Scholl-Straße wurde für den Tunnelbau mehrfach verlegt. Im Jahr 2008 wurde die Straßenbahntrasse in Endlage gebracht und verläuft nun auch wieder zum Hechtsheimer Ortskern und zwischen Hechtsheim und dem Hechtsheimer Gewerbegebiet. Im nächsten Schritt wird die Fahrbahn von Mainz nach Hechtsheim (stadtauswärts) wieder zweistreifig gebaut. Zum Schluss wird die stadteinwärtige Fahrbahn ebenfalls zweistreifig gebaut. Mit Beendigung der Bauarbeiten an der Geschwister-Scholl-Straße, starten die Bauarbeiten an der Alten Mainzer Straße.

Zum Ende des Jahres sagen die Projektgruppe Mainzer Ring und der Landesbetrieb Mobilität Worms: "Vielen Dank für Ihr Verständnis für die manchmal unabwendbaren Verkehrsbehinderungen, den Baulärm, den Staub und den Schmutz.
Wir wünschen Ihnen frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2009."



6.10.2008
Rheinland-Pfalz und Mainz

Mit dem Verschwinden eines Autobahndamms erfüllten sich Ziele für Land und Stadt

Im unteren Foto sehen Sie den freien Blick von der Geschwister-Scholl-Straße (L425) in Richtung Hechtsheim.


Nach dem der Autobahnverkehr durch den Tunnel fließt und die alten Autobahnbrücken über der Geschwister-Scholl-Straße abgebrochen sind, haben sich gesetzte Ziele verwirklicht:

    Das Land Rheinland-Pfalz hat das Ziel der Lärmminderung erreicht. Der Autobahnlärm ist in der Tieferlegung verschwunden.
    Die Stadt Mainz hat die Blickbarriere Autobahndamm im Bereich der L425 entfernt bekommen. Von Hechtsheim sieht man nun z.B. das Geologische Landesamt (unteres Foto).
    Der Kaltluftstrom in die Mainzer Innenstadt hat freie Bahn entlang der Straßenbahntrasse und wird nicht mehr vom Autobahndamm aufgehalten.
Im unteren Foto sehen Sie den Blick von der Rheinhessenstraße (L425) nach Mainz.



8.9.2008
Abbruch einer Autobahnbrücke

Geschwister-Scholl-Straße mit freiem Blickfeld zwischen Mainz-Hechtsheim und Mainz-Oberstadt.










Nach dem der Autobahnverkehr seit August dieses Jahres, in beiden Fahrtrichtungen durch den Autobahntunnel fließt, konnte die noch verbliebene, alte, aus den 1960er Jahren stammende Autobahnbrücke über die Geschwister-Scholl-Straße abgerissen werden.

Im Mai 2006 wurde bereits der nördliche Teil der Autobahnbrücke, die Richtungsfahrbahn Bingen, abgebrochen. Nun wird der südliche Teil der Brücke, die ehemalige Richtungsfahrbahn Frankfurt, komplett abgebrochen. Der Abbruch erfolgt unter Vollsperrung der Geschwister-Scholl-Straße (L425) und der Margraf-Fischer-Siedlung.

Zum Abbruch wurde zuerst die Geschwister-Scholl-Straße voll gesperrt. Nach dem der Strom der Straßenbahn abgeschaltet war, wurde die Oberleitung abgebaut. Straße und Gleise wurden vor Beschädigungen mit einem Sandbett und Stahlplatten geschützt. Mehrere Bagger meißelten den Beton rund um die Uhr klein. Die Schuttmassen (Stahlbeton ca. 940 m³, Spannbeton ca. 900 m³, Stahl ca. 59 t) wurden per LKW zur Wiederverwertung abtransportiert. Nach dem alle Schuttmassen beseitigt waren, wurde die Verkehrsführung wieder aufgebaut. Seitdem fließt der Verkehr der Geschwister-Scholl-Straße auf dem Autobahntunnel und die alte Autobahnbrücke über der Straße und der Straßenbahn ist Geschichte.



25.8.2008
Nach den Fußgängern kommt der Verkehr in den Tunnel

Nach dem Tunneltag für die Öffentlichkeit fließt der Autobahnverkehr auf Behelfsfahrstreifen durch den Tunnel



In den oberen Fotos sehen Sie den gut besuchten Tunneltag am Sonntag, den 20.7.08.

Rückblick:
Die heutige BAB A 60 bei Mainz wurde um 1960 als Bundesstraße B9 gebaut. Die steigende Verkehrsdichte führte zur Planfeststellung in den 1990er Jahren. Im Jahr 2001 begann der Ausbau der BAB A60 von 4 auf 6 Fahrstreifen mit Standstreifen zwischen dem AK Mainz-Süd und der Weisenauer Rheinbrücke. Vier der fünf Bauabschnitte sind bereits abgeschlossen. Seit 2005 laufenden die Bauarbeiten des 5. Bauabschnitts zwischen Hechtsheim und Weisenau. Im August 2007 wurde der erste Tunneldurchstich vollzogen.

Status Quo:
Am 20. Juli 2008 war die erste von zwei Tunnelröhren für die Öffentlichkeit zugänglich. Seit Anfang August 2008 ist die nördliche Tunnelröhre unter Verkehr genommen. Die BAB A60 führt nun auf 4 Behelfsfahrstreifen durch die erste Tunnelröhre (siehe Fotos unten). Die Bauarbeiten an der südlichen Tunnelröhre laufen.






1.7.2008
Asphaltieren der neuen Richtungsfahrbahn Bingen

Asphalteinbau auf der A60 im Voreinschnitt Ost


In den oberen Fotos sehen Sie den Asphalteinbau auf der Autobahn links und rechts der Alten Mainzer Straße. Gleichzeitig fließt der Autobahnverkehr (siehe blauer LKW) auf dem Autobahndamm und der städtische Verkehr (siehe Stadtbus) auf der Alten Mainzer Straße.
Auf gut 800 Metern wird die zukünftige Autobahn in drei Lagen (Trag-, Binder- und Deckschicht) und auf einer Breite von fast 15 Metern eingebaut. Die Asphalttragschicht hat eine Schichtdicke von 22 cm. Der Asphaltbinder hat eine Dicke von 8,5 cm. Die Deckschicht aus Splittmastixasphalt ist 3,5 cm stark.
LKW´s liefern den Asphalt zur Baustelle. Ein LKW kippt den Asphalt direkt in den Asphaltfertiger und wird gleichzeitig vom Asphaltfertiger vorwärts geschoben. Der Asphaltfertiger verteilt den Asphalt auf der zukünftigen Fahrbahn. Anschließend wird der Asphalt von den Walzen verdichtet und somit tragfähig.



4.6.2008
Verkehrszeichenbrücken



Montage der Verkehrszeichenbrücken in Fahrtrichtung Bingen

Im obigen Foto sehen Sie die Montage einer Verkehrszeichenbrücke mit Wechselverkehrszeichen. Über die Wechselverkehrszeichen können einzelne Fahrstreifen oder alle Fahrstreifen gesperrt werden, um den Autobahntunnel teilweise oder vollkommen zu sperren. Des Weiteren kann die zulässige Höchstgeschwindigkeit über die Wechselverkehrszeichen variabel angezeigt werden. Die Wechselverkehrszeichenbrücke ist mit Geländern ausgestattet, um eine Begehbarkeit für Wartungszwecke zu gewährleisten.


Im oberem Foto sehen Sie die Montage einer Verkehrszeichenbrücke ohne Wechselverkehrszeichen. Die Blaubeschilderung mit den Fernzielen Bingen und Kaiserslautern und dem Nahziel Mainz-Hechtsheim-West wird noch an die bereits aufgestellte Stahlkonstrukion montiert werden. Die Stahlkonstruktion überspannt eine Weite von ca. 18 Metern. Die Schildfläche der Blaubeschilderung wird die Größe einer Wohnung haben und beträgt fast 60 Quadratmeter.



3.3.2008
Voreinschnitt Ost



Galerie Ost und östliches Tunnelportal des Autobahntunnels bei Mainz-Hechtsheim

Im Foto sehen Sie die verankerte Verbauwand aus Holz und Stahlträgern, die die Fahrbahn in Dammlage von der zukünftigen Fahrbahn im Tunnel bzw. Einschnitt trennt. Noch ist die Autobahn quasi im Obergeschoss, bevor sie in den Keller gelegt wird.

Es sind 6 von 7 Galeriestützen direkt an der Verbauwand zu sehen. Sie gehören zur östlichen Galerie des Tunnels. Die Galerie befindet sich über der zukünftigen Richtungsfahrbahn Frankfurt am östlichen Ende des Tunnels. Sie ist ein 70 m langes, tiefgegründetes Bauwerk. Zunächst wurden, wie im Fotos zu sehen ist, der Pfahlkopfbalken und die sieben Galeriestützen betoniert. Die Deckenplatten, Gründungen und Wände der Galerie werden in der Bauphase Süd errichtet werden.
Parallel zum Pfahlkopfbalken, auf der linken Seite, sind noch die Betonrohre der Autobahnentwässerung zu erkennen. Am unteren Rand des Fotos sehen Sie das östliche Tunnelportal.


12.2.2008
Anschlussstelle Mainz-Hechtsheim-Ost



Ausfahrtsrampe von Frankfurt nach Mainz

Das obige Foto zeigt den Blick gen Osten von der Fußgängerbrücke, die über die Aus- und Auffahrtsrampen der geschlossenen Anschlussstelle Mainz-Hechtheim-Ost führt. Rechts im Foto parken Kraftfahrzeuge auf der Auffahrtsrampe von Mainz nach Bingen bzw. Frankfurt. Im Gegensatz zu den beiden unteren Fotos ist der Asphalt der Ausfahrtsrampe noch nicht zurückgebaut. Links im obigen Foto sind Erdarbeiten vollzogen.

Diese Erdarbeiten deuten die zukünftige Ausfahrtsrampe von Frankfurt nach Mainz an. Die zukünftige Ausfahrtsrampe wird nicht nur zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Hechtsheim, sondern auch zwei Fahrstreifen in Fahrtrichtung Mainz für den Verkehr vorhalten. Der aus Frankfurt kommende Verkehr wird sich mit dem aus Bingen kommenden Verkehr anstatt in einer Kurve, auf einer Geraden verflechten. Auch der ehemalige Höhenunterschied zwischen den beiden Fahrbeziehungen wird minimiert. Diese drei Maßnahmen werden den Verkehrsfluss und die Verkehrssicherheit der Ausfahrstrampe deutlich verbessern.

Zuvor werden die Reste der noch bestehenden Fahrbahn (Rinnensteine, Bordsteine siehe Foto) und die alte Fahrbahnentwässerung ausgebaut, bevor die neue Entwässerung und die 80 cm dicke Fahrbahn (50 cm Frostschutzschicht und 3o cm Asphalt) eingebaut werden kann.


22.1.2008
Bericht einer Besuchergruppe der Tunnelbaustelle



Das Infocenter A60 steht Besuchergruppen offen

Im Infocenter A60 können sich alle an der Baumaßnahme interessierten Menschen über das Baugeschehen informieren lassen. Neben den wöchentlichen Öffnungszeiten, finden auch Termine nach Absprache statt. Zu diesen Terminen kommen Besuchergruppe aus ganz Deutschland angereist. Nach einer Einführung in die Baumaßnahme, die im Infocenter A60 stattfindet, wird die Baustelle begangen.

Nachfolgend ist ein Auszug eines Exkursionsberichts dargestellt. Der Bericht wurde von Daniel Reichert, Michael Sclhick und Andreas Brüssel aufgestellt. Sie sind Bauingenieurstudenten der Universität Karlsruhe, die die Tunnelbaustelle der A60 im Mai 2007 besuchten:

"Die Arbeiten begannen mit der provisorischen Verbreiterung der Südfahrbahn, um den vierstreifigen Autobahnverkehr während der Baumaßnahme aufnehmen zu können. Danach wurden von der Nordfahrbahn aus mit Hilfe von Bohrungen Mittelverbauträger eingebracht, um später eine Trägerbohlwand erstellen zu können. Dabei ergaben sich unter anderem Probleme mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Folgenden wurde die alte Betonfahrbahn abgebrochen und per Lkw zu einer Recycling-Anlage transportiert, um den Beton später wieder beim Bau der Frostschutzschicht zu verwenden. Der im Zuge der Tieferlegung anfallende Erdaushub wurde in einen nahegelegenen Steinbruch eingebaut. Die Trägerbohlwand mit einer Höhe von ca. 10 m wurde als Essener Verbau ausgeführt, mit 4 Ankerlagen als Unterstützung. Sobald die Nordfahrbahn fertig gestellt ist, und der Verkehr auf diese umgeleitet wurde, soll mit dem Aubbruch der Südfahrbahn begonnen werden. Mit fortschreitendem Erdaushub auf der Südseite wird dann auch die Trägerbohlwand rückgebaut. Nach Fertigstellung der Südfahrbahn kann der gesamte Verkehr `zwei Stockwerke` tiefer wieder ungehindert fließen.
Als Bauverfahren zur Herstellung des Tunnels wurde die Deckelbauweise gewählt. Der Vorteil der Deckelbauweise liegt unter anderem darin, dass keine Schalgerüste für den Tunneldeckel erforderlich sind. Außerdem entfallen ebenso die Ankerlagen der Bohrpfahlwände, da der Deckel als Kopfsteife dient. Zunächst werden von der Geländeoberkante aus die beiden Bohrpfahlwände erstellt, die später als Tunnelwände fungieren. Diese Bohrpfahlwände werden bis zu einer Tiefe von 20 Metern ausgeführt. Auf die mittlere Bohrpfahlwand wird wiederum ein Trägerbohlverbau zur Stützung des Erdreichs aufgesetzt, wie bereits bei Bauverlauf Voreinschnitt erläutert. Danach wird die Erde des alten Dammes bis auf die Höhe der Bohrpfähle abgetragen. Auf die Tunnelwände wird dann der Deckel, die Tunneldecke, betoniert. Hierzu wird zunächst eine Sauberkeitsschicht aus Beton hergestellt. Auf diese wird vor dem Betonieren noch eine PE-Folie aufgebracht, die als Trennschicht zwischen der Sauberkeitsschicht und der späteren Tunneldecke dient. Nach dem Bau der Tunneldecke beginnt der Bodenabtrag unterhalb des Deckels zur Herstellung der Tunnelröhre. Allerdings stellte sich das Entfernen der Sauberkeitsschicht komplizierter das, als gedacht, da diese teilweise zu massiv ausgeführt war. Im Anschluss daran wurde die Tunnelfahrbahn hergestellt. Nach Fertigstellung der nördlichen Tunnelröhre wird der Verkehr in diese verlegt und mit dem Bau der südlichen Tunnelröhre begonnen."