2010
Südlich der Autobahn besteht bereits seit Jahren ein hoher Lärmschutzwall. Nun entsteht nördlich der Autobahn bei Weisenau eine Lärmschutzwand. Die neue Wärmschutzwand wird auf den bereits bestehenden Lärmschutzwall gebaut.
Die über 700 Meter lange Lärmschutzwand auf der Nordseite der A60 beginnt im Bereich des Steinbruchs und endet an der Max-Hufschmitdt-Straße. Sie besteht aus zwei Teilen, ein Teil westlich der Fußgängerbrücke (Bauwerksabschnitt A) über der A 60 und ein Teil östlich der Fußgängerbrücke (Bauwerksabschnitt B). Im Bereich der Fußgängerbrücke sind die zwei Lärmschutzwände versetzt angeordnet, damit Lärmschutzwand und Fußgängerbrücke ihre Funktionen: Lärmschutz und Wegeverbindung auch weiterhin erhalten.
Der Bauwerksabschnitt A hat eine Länge von 470 m und eine mittlere Höhe von 4,70 m, der Bauwerksabschnitt B hat eine Länge von 275 m und eine mittlere Höhe von 3,90 m. Die Lärmschutzelemente bestehen größtenteils aus Holz und teilweise aus Acrylglas. Das Acrylglas kommt im Bereich der Fußgängerbrücke zum Einsatz. Die Abschlüsse der Lärmschutzwand bilden "Betonsegel". Die "Betonsegel" sind bereits an der Geschwister-Scholl-Straße und westlich den Autobahntunnels zu sehen.
März: Tunnelbau von oben nach unten
Der Tunnel besteht im Querschnitt betrachtet aus drei Wänden und zwei Decken. Eine Decke über jeder Richtungsfahrbahn und eine Wand zwischen den Richtungsfahrbahnen Bingen und Frankfurt. Eine Wand auf der Seite von Mainz und eine von Hechtsheim. Im Längsschnitt betrachtet ist der Tunnel in Blöcke unterteilt. Jeweils am östlichen und westlichen Ende des Tunnels wurden die Betonagen der Tunneldeckenblöcke begonnen. So hat man sich blockweise von den Tunnelportalen zur Tunnelmitte vorgearbeitet. Mit dem oben gezeigten Deckenblock ist die Lücke zwischen Ost und West geschlossen und die Tunneldecke ist durchgängig hergestellt.
Nach dem der Beton der Tunneldecken ausgehärtet ist, begann der Erdaushub. Er startete am Westportal und ist bis zur Geschwister-Scholl-Straße vorgedrungen. Auch vom Ostportal des Tunnels hat der Erdaushub begonnen. Es laufen also Arbeiten am Tunnel gleichzeitig von oben und von unten, jedoch nicht an derselben Stelle.
März: Begrünung des Straßenprojekts Mainzer Ring
Seit Oktober vergangenen Jahres finden Landschaftsbauarbeiten auf Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses am Mainzer Ring zwischen dem Autobahnkreuz Mainz-Süd und der Weisenauer Rheinbrücke statt. Die Arbeiten umfassen die Bepflanzung der Autobahnböschungen und Autobahnnebenflächen wie zum Beispiel die Ein- und Ausfahrtsbereiche der verschiedenen A60-Anschlussstellen. Neben dieser Eingrünung und Begrünung des Straßenprojektes - Umbau der A60 Mainzer Ring - werden noch und wurden bereits auch Ausgleichsmaßnahmen im Wildgraben und Marienborner Graben angelegt. Hierbei werden auf ehemaligen Ackerflächen in einer Größenordnung von ca. 3,5 ha Biotopflächen mit Baum- und Strauchpflanzungen und auch Obstwiesen angelegt. Nach Abschluß der Pflanzarbeiten- voraussichtlich Ende März – erfolgt noch in Kürze die Einsaat der Flächen mit einer kräuterreichen Wiesenmischung. Die ausführende Firma wird die neuen Anpflanzungen und Wiesenflächen bis 2012 pflegen und unterhalten.
Im Rahmen der oben genannten Arbeiten wurde folgende Begrünung gepflanzt:
- 142 Stück Laubbaum-Hochstämme (Esche, Ahorn , Linde u.a.)
- 49 Stück Obsthochstämme (Apfel Birne Wallnuss und Quitte)
- ca. 7.500 Stück Sträucher, Jungpflanzen
Mai: Tunneldurchstich Süd
Im Jahr 2008 gab es zwei Großereignisse auf der Tunnelbaustelle, die zusammen mit dem Verkehrsministerium, der Bevölkerung und der ausführenden Baufirma begangen wurden. Zuerst wurde der Tunnel für die Richtungsfahrbahn Bingen durchstoßen und zum ersten Mal war der nördliche Tunnel durchgängig. Anschließend wurde der Tunnel für die Bevölkerung begehbar bzw. befahrbar.
Zwei Jahre später ist der südliche Tunnel, die Richtungsfahrbahn Frankfurt durchgängig. Somit ist ein weiterer, großer Schritt erfolgt, der zur Vollendung der Tunnels führt. Mit dem nun anstehenden Erdaushub im Rampentunnel, werden alle vier Tunnels ausgehoben sein. Der erste Tunnel ist die derzeit befahrene Richtungsfahrbahn Bingen. Der zweite Tunnel ist die zukünftige Auffahrtsrampe von Mainz nach Frankfurt. Heute vollendete sich der Aushub des Tunnels für die Richtungsfahrbahn Frankfurt. Die Ausfahrtsrampe von Bingen nach Mainz ist der vierte und letzte noch auszuhebende Tunnel.
Juni: Die Behelfsbrücke für den Straßenverkehr der Alten Mainzer Straße wird demontiert
Die A 60 wurde in Höhe der K 9 für beide Fahrtrichtungen 6 Stunden lang gesperrt, um eine Behelfsbrücke demontieren zu können. Die Behelfsbrücke war die Straßenverbindung zwischen Hechtsheimer Straße und Alte Mainzer Straße. Die Behelfsbrücke war nötig, um den Autobahnverkehr im Süden (Richtungsfahrbahn Frankfurt) über der K9 fließen zu lassen, während unter der K9 die neue Autobahn im Norden (Richtungsfahrbahn Bingen) gebaut wurde. An der Stelle der Behelfsbrücke wird die endgültige Brücke gebaut.
Die Behelfsbrücke war 33 m lang und 7 m breit. Sie wurde aus vier Teilen zusammengesetzt. Mit Hubbühnen gelangten die Arbeiter an die Verschraubungen, die die vier Teile der Behelfsbrücke zusammenhielten. Ein Autokran hat die Behelfsbrücke auf LKW´s geladen. Die Einzelteile sind zwischen 9 und 22 Meter lang und 3,5 Meter breit. Somit ist eine Brücke zurückgebaut worden, die an anderer Stelle wieder aufgebaut wird. Es gab keinen Abbruch mit Staub und Lärm, sondern einen geregelten Rückbau, indem die vier Brückenteile auseinandergeschraubt wurden.
Juli: Brückenneubau mit BetonfertigteilenDie K9-Brücke wird als Zweifeldbrücke aus Fertigteilen mit Ortbetonergänzung ausgeführt. Das Brückenfeld über der Nordfahrbahn hat eine Länge von 24,30 Meter. Das Brückenfeld über der Südfahrbahn hat eine Länge von 20,00 Meter. Die Breite der Brücke beträgt 15,40 m.
Der Überbau der Brücke besteht aus vorgespannten Stahlbeton-Fertigteilträgern, 7 im Norden und 7 im Süden. Diese werden auf die Widerlager (Nord und Süd) und den Mittelpfeiler aufgelegt und ausgerichtet. Anschließend werden die Betonfertigteile in ihrer Lage fixiert und zur Lagesicherung miteinander verschweißt. Die Fugen zwischen den Fertigteilen werden verschlossen. Somit ist die Baustelle vom Verkehrsraum getrennt. Nach der Fertigteilmontage werden die Kappen und eine Fahrbahnplatte aufbetoniert. Somit ist das Bauerk zu einem 2-feldrigen Durchlaufträger verbunden.
August: Brückenneubau fertig
Beim K9-Bauerk über der A 60 wurde die Kombination von Fertigteilen und Ortbeton gewählt, um den Autobahnverkehr durch die Baustelle nicht mehr als nötig zu beeinträchtigen. Das Bauwerk der Alten Mainzer Straße wäre auch komplett aus Ortbeton baubar. Jedoch würden dadurch mehr Eingriffe in den Verkehrsfluss erforderlich: zum Beispiel müßte die Schalung für den Beton montiert und nach erfolgter Betonage demontiert werden. Die Betonfertigteile haben diese Schalung ersetzt.
September: Lärmschutzwand entlang der A 60
Der Großberg und die Frankenhöhe hatten vor Jahren Lärmschutz südlich der A 60 erhalten. Nun ist der Lärmschutz nördlich der A 60 für Weisenau errichtet. Während der Lärmschutz für den Großberg mit einem Wall verwirklicht wurde, steht vor Weisenau eine Wand. Die Lärmschutzwand besteht aus einer ausgefachten Stahlpfostenkonstruktion. Sie wird mit lärmabsorbierenden Holzelementen ausgefacht. Die Ansichtsfläche der Lärmschutzwand beträgt ungefähr 2.800 Quadratmerter. Mit dieser Lärmschutzwand ist es nun für die Weisenauer Bürgerinnen und Bürger leiser geworden. Die A60-Autobahn ist nun weniger zu hören und auch weniger zu sehen.
Damit der Lärm durchgängig zurückgehalten wird, ist in Höhe der Fußgängerbrücke ebenfalls eine Wand vorhanden. Gleichzeitig muss ein Durchgang in der Wand sein, damit Fußgänger und Radfahrer die Brücke nutzen können. Dies erfolgt mit einer sogenannten Fußgängerschleuse: Die Wand ist unterbrochen, wobei beide Enden der Wand sich in einem Abstand von ca. 2,0 m und einer Länge von ca. 2,0 m überlappen.
Oktober: Die Alte Mainzer Straße ist nicht mehr unter, sondern über der Autobahn
Die A 60 liegt nun unter der Alten Mainzer Straße. Dafür wurde die Alte Mainzer Straße zwischen Emy-Roeder-Straße und Vogelsbergstraße um bis zu 2,20 m angehoben. Wo zuvor noch eine Senke unter der A60 durchführte, ist eine leichte Kuppe entstanden.
Vor der Baumaßnahme der Tieferlegung war von der Alten Mainzer Straße aus der Autobahndamm zu sehen. Seit der Tieferlegung der A60 kann man von der Alten Mainzer Straße bis zum Tunnelportal an der Geschwister-Scholl-Straße sehen. Stadteinwärts ist der Blick auf den Taunus durchgängig frei.
Während sich die Gradiente angehoben hat, hat sich der Querschnitt der Alten Mainzer Straße nicht geändert. Es sind weiterhin ein Fahrstreifen pro Fahrtichtung und auf beiden Seiten der Fahrbahn ein Geh- bzw. Radweg vorhanden. Auch die stadtauswärtige Bushaltestelle ist wieder an ihrem angestammten Platz zu finden.
November: Stützwand für die Richtungsfahrbahn Bingen in Höhe der Vogelsbergsiedlung von HechtsheimIm Foto sehen Sie die A 60 im Bereich der Vogelsbergsiedlung. Der Höhenunterschied zwischen der neuen Autobahn und den Resten der alten Autobahn ist gut zu erkennen. Die senkrechten Stahlträger sind noch vom Mittellängsverbau, der den Höhenunterschied zwischen alter und neuer A60 überbrückt. Der Mittellängsverbau wird zukünftig durch eine Bohrpfahlwand ersetzt.

